Kleine Geschichte der österreichischen Dampflok Reihe 77 von Peter Tschulik Teil 1
Allgemeines
Zur Unterscheidung der großen Vielfalt in Bauart, Verwendungszweck und speziellen Konstruktionsmerkmalen wurden die Dampflokomotiven in ein entsprechendes Bezeichnungssystem (Serie oder [Bau-]Reihe) eingeordnet, welches stets landestypisch war und Rückschlüsse auf die damit bezeichnete Lokomotivtype zuließ.
Zu den wesentlichen Kriterien der unterschiedlichen Dampflokbauarten zählt Achsanordnung. In Verbindung mit dem Durchmesser der Treibräder gibt diese Aufschluss über Geschwindigkeit, Kurvenläufigkeit und allfällige Sonderbauarten (etwa Zahnrad- oder Gelenklokomotiven). Im kontinentalen Europa werden dabei die Achsen gezählt:
die Laufachsen werden mit Zahlen, die angetriebenen Achsen mit Buchstaben bezeichnet.
Für Fahrwerk der Reihe 77 ergibt sich daher:
Für die "Kriegslok" der Reihe 52 vergleichsweise:
Auch eine symbolische Benennung der einzelnen Achsfolgen und Bauarten wird oft verwendet:
|
2 B |
American |
1 D 1 |
Mikado |
|
1 C 1 |
Prairie |
2 D 1 |
Mountain |
|
2 C 1 |
Pazifik |
1 E |
Dekapod |
|
2 C 2 |
Hudson |
1 E 1 |
Santa Fe |
Das Schema der K.K. Staatsbahnen wurde in Österreich auch nach dem ersten Weltkrieg beibehalten; erst der Anschluss an das Deutsche Reich im Jahre 1938 und die Übernahme der BBÖ durch die Deutsche Reichsbahn brachte auch hier eine entscheidende Änderung.